Wann genau die Ambassadorenkrippe respektive ihre Figuren in der Jesuitenkirche in Solothurn entstanden sind, ist unbekannt. Abgestützt auf Vergleichsbeispiele aus dem süddeutschen Raum werden sie der Mitte des 18. Jahrhunderts zugeordnet. Dafür spricht auch die üppige Rokoko-Ausstaffierung der Damen, die dem Jesuskind in der Krippe ebenso die Reverenz erweisen wie barockbezopfte Gentlemen oder ein Dragoner in Solothurner Uniform. Die Figuren mit Wachsköpfen waren in unbekanntem Privatbesitz und zeitweise im Kloster St. Joseph ausgestellt, ehe sie Konservator Eugen Tatarinoff über einen «Dealer», den Welschenrohrer Pfarrer Stüdeli, 1914 für die Stadt oder vielmehr die historisch-antiquarische Sammlung des heutigen Kunstmuseums erwerben konnte. Zwischen 1918 und 1921 restaurierte Emilie Gunzinger mit einem Team die Figuren, und zwar zum Nulltarif.
© Text: Solothurner Zeitung vom 6. Dezember 2014