Der nicht mehr benutzte und teilweise beschädigte grosse Kalksteinbrunnen lag hinter dem Gasthof Kreuz in Kriegstetten. Im Zuge einer geplanten Neubebauung der freien Parzelle stand der Brunnen im Weg und sollte entsorgt (d.h. zerstört) werden.
Der historische Brunnen beindruckt durch seine Dimension und funktionale Art. Er wurde in einem Stück aus Solothurner Kalkstein gehauen und weist eine eindrückliche Länge von 5 Metern auf. Brunnen aus einem Stück in dieser Länge sind selten zu finden. Er zeugt von einer grossen Steinhauertradition und viel Fachwissen. Der Transport vom Jurasüdfuss zu seinem Standort in Kriegstetten dürfte in der damaligen Zeit eine logistische Herausforderung gewesen sein. Aus welchem Jahr der Brunnen stammt, ist nicht bekannt. Er dürfte aber sicher mindesten 200 Jahre alt sein. Leider ist der dazugehörende ehemalige Brunnenstock nicht mehr vorhanden.
Der Brunnen stand nicht unter kantonalem oder kommunalem Schutz. In Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und einem beigezogenen Steinrestaurator unterbreitete das Museum Wasseramt in Halten den Eigentümern einen Vorschlag zur Rettung des Brunnens. Dabei konnte der Brunnen kostenlos übernommen werden.
Im Gelände des Museums Turm Halten konnte ein Platz gefunden werden. Nicht unerhebliche Kosten ergeben sich aber aus dem Transport, der Restaurierung und der Neupositionierung des Brunnens.
Gemäss Restaurator weist der Brunnen einen relativ grossen Schaden auf. Er ist in seiner Längsrichtung durchlaufend gebrochen. Was auf den ersten Blick nach Totalschaden aussieht, ist gemäss Restaurator gut zu flicken. Mit quer zum Brunnen im Boden laufenden Zugstangen und anschliessender Zumörtelung kann der Brunnen mit einem zumutbaren Aufwand restauriert werden.