2025

Wiederherstellung

Zubauten Klause Einsiedelei

Zubauten Klause Einsiedelei
Solothurn
Beitragsjahr 2025
Wiederherstellung
Die vorgeschlagenen Zubauten setzen sich zusammen aus einem Zaunbereich als Abgrenzung und Sichtschutz ab Wanderweg zum entstehenden Hofbereich und einer Überdeckung der Einfriedung (Schopf) im südöstlichen Teil mittels Schrägdach, gedeckt mit einer einfachen Biberschwanzziegeldeckung.
Kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung

Das Einsiedlerhäuschen in der Verenaschlucht wurde in seiner heutigen Form in der ersten Hälfte des 18. Jh. errichtet. Die älteste bekannte Darstellung des Gebäudes ist auf einer Vedute von Emanuel Büchel aus dem Jahre 1757 ersichtlich. Schon damals präsentierte sich das Häuschen praktisch unverändert in seinem heutigen Aussehen. Der einzige Unterschied ist ein heute verschwundener und direkt unter der Felswand liegender Schopf. Interessant an der Darstellung ist, dass der aus kreuzweise und diagonal verlegten kleinen Latten konstruierte Gartenzaun im Bereich des Schopfes zugleich die aussenseitige Längswand des Schopfes bildete, so dass man vom Weg her eigentlich nur noch das ziegelgedeckte längslaufende Satteldach sieht. In welchem Zeitraum dann der Schopf ersatzlos abgebrochen wurde, ist nicht bekannt. Auf alten Postkarten und Fotos vom Ende des 19. Jh. an ist er auf jeden Fall schon nicht mehr vorhanden. Heute ist der Bereich vom Weg her durch eine buschige mannshohe Hecke verdeckt.

2009 wurde mit Hilfe der Denkmalpflege das Einsiedlerhäuschen aussenseitig gesamthaft renoviert und restauriert. Sein Aussehen wurde dabei nicht verändert, es entspricht immer noch dem Bild von 1757. Hingegen wurde der aus gewachsenem Rundholz einfach konstruierte Gartenzaun ersetzt. Vorbild bei der Neugestaltung des Zaunes war die Vedute von Büchel. Der neue Zaun entspricht nun wieder dem historischen Vorbild von 1757. Er besteht aus einer dreifachen Lattung, die diagonal und gekreuzt montiert wurde (Treillage-Zaun). Schon zu diesem Zeitpunkt wurde über eine eventuelle Weiterführung im Bereich des ehemaligen Schopfes diskutiert.

Das nun präsentierte neue Projekt nimmt diese Idee wieder auf. Nebst der Wiederherstellung eines historischen Zustandes stand aber primär ein pragmatischer Grund im Vordergrund. Wie ich bei einem persönlichen Augenschein vor Ort konstatieren konnte, besteht tatsächlich ein grosser Bedarf an einem gedeckten Abstellraum. Gartenwerkzeuge, Holzkohlengrill, Sonnenschirm und unzählige kleinere Sachen stehen heute beim Eingang und beeinträchtigen das Bild vom öffentlichen Weg gesehen. Der Bedarf nach einem Abstellraum ist gross. Mit einem neuen Schopf wäre dann auch der heute ziemlich unschön wirkende Sichtschutz (Hornbach, Jumbo) nicht mehr nötig.

Das vorliegende Projekt entspricht in seinen Dimensionen, seiner Konstruktion und seiner Materialisierung dem historischen Vorbild von 1757. Mit der Weiterführung des bestehenden Treillage-Zaunes würde sich der neue Schopf optimal in die Umgebung integrieren. Die 2009 begonnene Renovation des Häuschens und seiner Umgebung käme damit zu ihrer Vollendung.

© Text: Urs Bertschinger, 2025
Fachliteratur

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