2018

Restaurierung

St. Mauritius-Brunnen

St. Mauritius-Brunnen
Solothurn
Beitragsjahr 2018
Restaurierung
Oberflächenreinigung und teilweise Erneuerung der Vergoldung.
Kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung

Der St.-Mauritius-Brunnen ist einer der fünf im 16. Jahrhundert errichteten Figurenbrunnen. Als einziger besitzt er immer noch das originale Plattenbecken.

Die Figur auf der Brunnensäule verkörpert den Heiligen Mauritius. Sie wurde vom Bildhauer Hans Gieng aus Freiburg i.Ü. geschaffen. Mauritius war der Legende nach Kommandant der berühmten, zur römischen Kaiserzeit bei Theben in Oberägypten ausgehobenen 11. Thebäischen Legion. Offiziere und Mannschaft waren schon grösstenteils Christen. Nach ihrer Verlegung in das Gebiet am oberen Genfersee weigerte sich die Legion, gegen dortige Christen vorzugehen. Auf Befehl von Kaiser Maximian wurden Mauritius und viele seiner Kameraden hingerichtet. Urs und Viktor – die späteren Stadtheiligen Solothurns – und andere Legionsangehörige flüchteten in das römische Solothurn. Da sie sich weigerten, fremde Gottheiten zu verehren, starben auch sie den Märtyrertod.

An Mauritius erinnert der Ort St.-Maurice mit der berühmten Abtei, wo heute noch sein Grab verehrt wird. Auch die „heilige Zahl 11“ weist auf Mauritius und seine 11. Thebäische Legion hin.

So wie St. Mauritius gerüstet ist, entspricht sein Bild nicht dem eines römischen Offiziers. Mit seinem Harnisch, seinem Schild und der rotweissen Fahne gleicht er vielmehr einem mittelalterlichen eidgenössischen Krieger. Das gibt eine Verbindung zum nahen Museum Altes Zeughaus, welches in seinen Beständen mehr als 400 solcher Harnische hat.

Neben dem St.-Mauritius-Brunnen befindet sich an der Gebäudewand eine Namenstafel. Sie erinnert an Carl Robert Enzmann, Vikar an der St. Ursenkirche und Komponist des bekannten Solothurner – Liedes „Es lit es Stedtli wunderhübsch am blauen Aarestrand, s’isch immer so gsi…».

© Text: "Brunnenbummel in 11 x 11 Minuten", hrsg. von der Ernst und Hanna Hauenstein-Stiftung
© Fotos: Karin Heimann, 2026

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